Ratgeber Baumbestattung

Eine letzte Ruhestätte im Wald

Immer mehr Menschen wünschen sich, nach ihrem Tod im Wald zu ruhen. Bestattungswälder machen das möglich. Hier erfahren Sie, wie eine Beisetzung dort abläuft und was zu beachten ist.

Was ein Bestattungswald ist

Ein Bestattungswald ist ein Waldgebiet, das als Begräbnisstätte genehmigt ist. Die bekanntesten Anbieter in Deutschland sind Friedwald und RuheForst. Der Wald bleibt dabei weitgehend naturbelassen. Es gibt keine Grabsteine, keine Beete und keine Wege mit Grabreihen. Stattdessen werden die Urnen an ausgewählten Bäumen beigesetzt.

In Baden-Württemberg dürfen Urnen grundsätzlich auf Friedhöfen und auf genehmigten Bestattungsplätzen beigesetzt werden. Genehmigte Bestattungswälder wie Friedwald und RuheForst gehören dazu. Eine Baumbestattung ist hier also eine anerkannte Form der Beisetzung.

Wie die Bäume ausgewählt werden

Jeder Baum im Bestattungswald ist gekennzeichnet und im Register des Anbieters erfasst. Wer einen Baum auswählt, kann sich bei einer Waldführung vor Ort umsehen. Manche Menschen suchen eine mächtige Buche, andere eine junge Eiche oder einen Baum mit Blick auf eine Lichtung. Die Wahl ist oft sehr persönlich.

Verschiedene Arten von Plätzen

Die Anbieter unterscheiden meist zwischen Plätzen an einem Gemeinschaftsbaum und eigenen Bäumen für Familien oder Paare. An einem Gemeinschaftsbaum ruhen mehrere Menschen, die nicht verwandt sein müssen. Einen Familienbaum reservieren Sie für sich und Ihre Angehörigen.

Manche Anbieter haben außerdem Plätze für Freundeskreise. Welche Varianten ein Wald anbietet und wie viele Urnen an einem Baum Platz finden, ist unterschiedlich geregelt. Diese Informationen erhalten Sie beim Anbieter oder über uns.

Der Ablauf der Beisetzung im Wald

Vor der Beisetzung im Wald steht immer eine Einäscherung. Der Bestatter organisiert die Überführung, die Formalitäten und die Einäscherung. Danach stimmt er mit dem Anbieter des Bestattungswaldes einen Termin für die Beisetzung ab.

Weißes Blumengesteck für einen Abschied in der Natur

Am Tag der Beisetzung

Am vereinbarten Tag treffen sich die Angehörigen meist an einem Treffpunkt am Waldrand. Ein Mitarbeiter des Waldes begleitet die Gruppe zum Baum, an dem bereits eine kleine Grube vorbereitet ist. Die Urne aus abbaubarem Material wird dort in den Wurzelbereich gesetzt. Oft sprechen Angehörige oder ein Trauerredner einige Worte.

Viele Bestattungswälder haben einen Andachtsplatz mit Bänken, an dem vor der Beisetzung eine kurze Feier stattfinden kann. Wer eine größere Feier wünscht, hält sie vorher in einer Aussegnungshalle oder in den Räumen des Bestatters.

Denken Sie bei der Beisetzung im Wald an festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Die Wege sind naturbelassen und nicht immer eben.

Was Sie bei der Wahl beachten sollten

Ein Bestattungswald liegt oft außerhalb der Ortschaften. Für Angehörige, die nicht mehr gut zu Fuß sind, kann der Weg zum Baum beschwerlich sein. Es lohnt sich, vorher zu prüfen, wie gut der Wald erreichbar ist und ob es Parkplätze und befestigte Wege gibt.

Auch die Nutzungszeit spielt eine Rolle. Die Anbieter vergeben die Plätze für einen festgelegten Zeitraum, der meist deutlich länger ist als die gesetzliche Mindestruhezeit. Die genauen Bedingungen und Preise legt jeder Anbieter selbst fest. Wir holen sie für Sie ein.

Wünsche zu Lebzeiten festhalten

Viele Menschen suchen ihren Baum schon zu Lebzeiten aus. Bei einer Waldführung können sie sich in Ruhe umsehen und einen Platz reservieren. Diese Entscheidung lässt sich in einer Bestattungsvorsorge festhalten. Im Trauerfall wissen die Angehörigen dann genau, wo der Verstorbene ruhen wollte.

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Bestattungswald das Richtige ist, sprechen Sie mit uns. Wir zeigen Ihnen auch die Alternative eines Baumgrabs auf dem Friedhof, das näher am Wohnort liegt und leichter zu besuchen ist.

Mit Kindern in den Wald

Für Kinder kann ein Bestattungswald ein zugänglicher Ort der Trauer sein. Der Wald lädt zum Gehen, Schauen und Entdecken ein, und das Grab ist nicht von Steinen und Einfassungen umgeben. Viele Kinder sammeln unterwegs Zapfen oder Blätter und erzählen dabei vom Verstorbenen.

Bereiten Sie Kinder vor dem ersten Besuch darauf vor, dass es am Baum keinen Grabstein gibt, sondern höchstens ein kleines Namensschild. Erklären Sie, dass die Urne in der Erde unter dem Baum ruht. Solche einfachen Worte helfen, den Ort zu verstehen. Später wird der Besuch im Wald für viele Familien zu einem vertrauten Ritual.

Übersicht

So liegen die Urnen am Baum

Die Grafik zeigt schematisch, wie Urnen an einem Gemeinschaftsbaum und an einem Familienbaum angeordnet sind.

Gemeinschaftsbaummehrere Plätze fürnicht verwandte PersonenFamilien- oder Partnerbaumreservierte Plätze für Familie und FreundeNamensschild am Stammabbaubare Urnen im Wurzelbereich
Schematische Darstellung eines Baumgrabs mit Urnenplätzen. Die Zeichnung zeigt keine Abstände und keine Anzahl von Plätzen. Diese legt der jeweilige Bestattungswald oder Friedhof fest.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Bestattungswald

Ist eine Beisetzung im Friedwald in Baden-Württemberg erlaubt?

Ja. Bestattungswälder wie Friedwald und RuheForst sind in Baden-Württemberg genehmigte Bestattungsplätze für Urnen.

Welche Urne wird im Wald verwendet?

Im Bestattungswald sind nur Urnen aus abbaubarem Material erlaubt. Sie lösen sich mit der Zeit im Boden auf.

Kann man den Baum vorher besichtigen?

Ja. Die meisten Anbieter bieten Waldführungen an, bei denen Sie sich Bäume ansehen und einen Platz reservieren können.

Gibt es im Wald einen Grabstein?

Nein. Statt eines Grabsteins ist bei vielen Anbietern ein kleines Namensschild am Baum möglich.

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Tag und Nacht erreichbar unter 07141 207000, auch an Sonn- und Feiertagen.