Ratgeber Trauerbegleitung
Begleitung annehmen, wenn die Last zu schwer wird
Nicht jeder Mensch braucht Unterstützung in der Trauer. Doch manchmal hilft es sehr, mit jemandem zu sprechen. Hier erfahren Sie, woran Sie das merken und wie eine Begleitung aussieht.
Woran Sie merken, dass Begleitung helfen kann
Viele Menschen finden in der Trauer Halt bei Familie, Freunden oder im Glauben. Andere fühlen sich mit ihrem Schmerz allein. Vielleicht gibt es niemanden, mit dem sie offen sprechen können, oder das Umfeld erwartet, dass sie nach einigen Wochen wieder funktionieren.
Hinweise darauf, dass Begleitung guttun könnte, sind etwa anhaltende Schlaflosigkeit, das Gefühl, nicht mehr weiterzukommen, oder Fragen, die keine Ruhe lassen. Auch wer sich schuldig fühlt oder wütend ist und nicht weiß, wohin mit diesen Gefühlen, kann von Gesprächen profitieren.
Trauerbegleitung ist keine Therapie
Sie richtet sich an Menschen, die mit einem Verlust leben lernen. Sie ist keine Behandlung einer Krankheit. Wenn die Trauer sehr lange anhält oder mit ernsten seelischen Beschwerden einhergeht, ist ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe der richtige Weg. Eine gute Trauerbegleiterin erkennt das und weist darauf hin.
Für wen sie gedacht ist
Das Angebot ist für alle da, die einen Menschen verloren haben, ob Partner, Eltern, Kinder oder Freunde. Auch wer lange nach dem Verlust noch Fragen hat, ist willkommen.
Besonders häufig suchen Menschen Begleitung, wenn der Tod plötzlich kam, etwa durch einen Unfall, oder wenn sie einen Angehörigen lange gepflegt haben. In beiden Fällen bleibt oft vieles ungesagt, und die Gespräche helfen, Gedanken zu ordnen.
Wie eine Begleitung abläuft
Am Anfang steht ein erstes Gespräch. Sie erzählen, was Sie bewegt und was Sie sich wünschen. Die Begleiterin hört zu und stellt Fragen, ohne zu drängen. Gemeinsam überlegen Sie, ob und in welchem Rhythmus weitere Gespräche sinnvoll sind.
Was in den Gesprächen geschieht
In den Gesprächen geht es um den Verstorbenen, um die gemeinsame Zeit und um das, was jetzt fehlt. Es geht aber auch um den Alltag, um schwierige Momente und um kleine Lichtblicke. Manchmal hilft ein Ritual, ein Brief oder eine Erinnerungsübung, um Gefühlen Ausdruck zu geben.
Bei Bestattungen Meyle begleitet Kerstin Meyle als diplomierte Trauerbegleiterin, unterstützt von weiteren Trauerberaterinnen aus unserem Team. Die Gespräche finden in unseren Räumen oder bei Ihnen zu Hause statt.
Was in den Gesprächen gesagt wird, bleibt vertraulich. Sie entscheiden, worüber Sie sprechen möchten und was Sie lieber für sich behalten. Auch Schweigen hat in einer Begleitung seinen Platz. Manchmal ist es gerade die gemeinsame Stille, die tröstet.
Sie bestimmen das Tempo. Eine Begleitung kann aus einem einzelnen Gespräch bestehen oder über mehrere Monate gehen.
Den ersten Schritt gehen
Viele Trauernde zögern, sich Unterstützung zu holen. Sie möchten niemandem zur Last fallen oder denken, sie müssten es allein schaffen. Doch gerade das Gespräch mit einem Menschen, der zuhört und Erfahrung mit Trauer hat, kann entlasten.
Der erste Schritt ist meist ein kurzer Anruf. Sie müssen dabei nichts erklären oder begründen. Es genügt zu sagen, dass Sie gern mit jemandem sprechen möchten. Alles Weitere klären wir gemeinsam.
Weitere Anlaufstellen
Neben unserer Begleitung gibt es weitere Angebote, etwa Trauergruppen, Hospizdienste oder Beratungsstellen der Kirchen und Wohlfahrtsverbände. Manche Menschen fühlen sich in einer Gruppe mit anderen Betroffenen besonders gut aufgehoben. Wir nennen Ihnen gern Ansprechpartner in der Region.
In akuten seelischen Krisen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar. Zögern Sie nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wenn jeder anders trauert
In einer Familie trauert selten jeder auf dieselbe Weise. Der eine möchte viel reden, die andere zieht sich zurück. Das kann zu Missverständnissen führen, gerade zwischen Partnern oder zwischen Eltern und erwachsenen Kindern. Manchmal entsteht der Eindruck, der andere sei weniger betroffen.
Hier kann ein Gespräch mit einer außenstehenden Person helfen. Es zeigt, dass unterschiedliche Wege der Trauer normal sind, und schafft Verständnis füreinander. Manche Familien kommen gemeinsam zu einem Gespräch, andere lieber einzeln. Beides ist möglich. Wichtig ist, dass jeder in seinem eigenen Tempo trauern darf.
Übersicht
Begleitung über die Zeit
Die Grafik zeigt Momente, in denen Angehörige häufig Unterstützung suchen. Jede Trauer verläuft anders.
Häufige Fragen zur Begleitung
Wie lange dauert eine Trauerbegleitung?
Das bestimmen Sie. Manche Menschen kommen einmal, andere über mehrere Monate. Der Rhythmus richtet sich nach Ihren Bedürfnissen.
Wo finden die Gespräche statt?
In unseren Räumen oder bei Ihnen zu Hause, ganz wie es Ihnen lieber ist.
Ist Trauerbegleitung dasselbe wie Psychotherapie?
Nein. Trauerbegleitung unterstützt bei einem Verlust. Bei ernsten seelischen Beschwerden ist ärztliche oder therapeutische Hilfe der richtige Weg.
Kann ich mich auch nach langer Zeit noch melden?
Ja. Trauer hält sich an keinen Kalender. Viele melden sich erst nach Monaten oder zu einem Jahrestag.
Mehr aus unserem Ratgeber
Tag und Nacht erreichbar unter 07141 207000, auch an Sonn- und Feiertagen.
