Ratgeber Feuerbestattung
Von der Überführung bis zur Beisetzung der Urne
Eine Einäscherung mit anschließender Urnenbeisetzung umfasst mehr Stationen als eine Erdbestattung. Wer den Ablauf kennt, kann die Wochen bis zur Beisetzung besser einordnen und gezielt Fragen stellen.
Die ersten Schritte nach dem Tod
Am Anfang steht wie bei jeder Bestattung die ärztliche Leichenschau mit der Todesbescheinigung. Danach übernimmt der Bestatter die Überführung des Verstorbenen. Er wird versorgt, eingekleidet und in einen Sarg gebettet, der für die Einäscherung geeignet ist.
Im Beratungsgespräch klären die Angehörigen, wo die Urne später beigesetzt werden soll und ob es eine Trauerfeier am Sarg geben wird. Diese Entscheidungen bestimmen den weiteren Zeitplan. Der Bestatter zeigt den Sterbefall beim Standesamt an und beantragt die Sterbeurkunden.
Die zweite Leichenschau
Vor jeder Einäscherung ist eine zweite ärztliche Leichenschau vorgeschrieben. Diese zweite, amtliche Leichenschau übernimmt ein eigens dafür bestellter Arzt, meist im Krematorium. Erst wenn diese Untersuchung abgeschlossen ist, darf die Einäscherung stattfinden. Die Angehörigen müssen dafür nichts selbst veranlassen.
Abschied vor der Einäscherung
Viele Familien möchten den Verstorbenen vor der Einäscherung noch einmal sehen. Das ist in den Abschiedsräumen des Bestatters möglich, allein oder gemeinsam mit anderen. Auch eine Trauerfeier am Sarg kann vor der Einäscherung stattfinden. Danach wird der Sarg ins Krematorium gebracht.
Einäscherung und Weg der Urne
Im Krematorium wird der Verstorbene im Sarg eingeäschert. Die Asche wird anschließend in eine Aschekapsel gefüllt und verschlossen. Diese Kapsel kommt später in die Schmuckurne, die die Familie ausgewählt hat. Bei Bestattungswäldern und manchen Baumgräbern wird stattdessen eine abbaubare Urne verwendet.
Vom Krematorium gelangt die Urne zum Bestatter oder direkt zum Friedhof. Auch diesen Weg organisiert der Bestatter. Weil die Urne in Baden-Württemberg grundsätzlich auf einem Friedhof oder einem genehmigten Bestattungsplatz beigesetzt werden muss, wird sie den Angehörigen nicht zur Aufbewahrung nach Hause gegeben.
Die Urnenbeisetzung
Zur Beisetzung versammeln sich die Angehörigen am Urnengrab, an der Urnenwand oder am Baum. Oft geht eine kurze Feier voraus, wenn es vorher keine Trauerfeier am Sarg gab. Die Beisetzung selbst dauert meist nicht lange und findet häufig in kleinem Kreis statt.
Wer eine Seebestattung wünscht, gibt die Urne an eine Reederei, die die Beisetzung auf hoher See durchführt. Angehörige können dabei an Bord sein oder die Beisetzung aus der Ferne begleiten. Auch diese Abstimmung übernimmt der Bestatter, einschließlich der nötigen Unterlagen für die Reederei.
Zwischen Tod und Urnenbeisetzung liegen meist ein bis drei Wochen. Diese Zeit können Sie für die Planung einer persönlichen Feier nutzen.
Was die Angehörigen entscheiden
Hier gibt es mehr Entscheidungen als bei einer Erdbestattung, weil Ort und Zeitpunkt flexibler sind. Die wichtigste Frage ist, wo die Urne ihren Platz finden soll. Zur Wahl stehen Urnengrab, Urnenwand, Baumgrab auf dem Friedhof oder im Bestattungswald und die Seebestattung auf hoher See.
Die zweite Frage betrifft die Trauerfeier. Soll sie am Sarg vor der Einäscherung stattfinden oder später mit der Urne? Beides hat seinen Wert. Eine Feier am Sarg ist für viele näher am Menschen, eine Feier mit der Urne lässt mehr Zeit für die Vorbereitung und die Anreise.
Hilfe bei den Entscheidungen
Niemand muss diese Fragen allein beantworten. Im Beratungsgespräch erklären wir die Möglichkeiten, zeigen Urnen und nennen die Gebühren der einzelnen Friedhöfe. Wenn der Verstorbene seine Wünsche in einer Bestattungsvorsorge festgehalten hat, richten wir uns danach.
Manche Familien brauchen für die Entscheidung einige Tage. Das ist in Ordnung. Die Einäscherung kann trotzdem stattfinden, die Wahl des Grabes folgt dann etwas später. Wir sagen Ihnen genau, bis wann eine Entscheidung nötig ist.
Zeit zwischen Abschied und Beisetzung
Diese Wochen sind oft von gemischten Gefühlen geprägt. Der erste Schock lässt nach, doch der Abschied ist noch nicht vollzogen. Es kann guttun, in dieser Zeit bewusst Erinnerungen zu sammeln, etwa Fotos für die Feier auszusuchen oder Musik zusammenzustellen. Wir halten Sie über jeden Schritt auf dem Laufenden und sagen Ihnen rechtzeitig, wann die Urne bereitsteht.
Übersicht
Die Stationen einer Feuerbestattung
Die Grafik fasst die Abfolge von der Überführung bis zu den möglichen Orten der Beisetzung zusammen.
Häufige Fragen zum Ablauf
Wie lange dauert eine Feuerbestattung insgesamt?
Vom Tod bis zur Beisetzung der Urne vergehen meist ein bis drei Wochen. Die genaue Dauer hängt von der zweiten Leichenschau, dem Krematorium und dem Friedhof ab.
Muss ich bei der Einäscherung dabei sein?
Nein. Die Einäscherung findet ohne Angehörige statt. Den Abschied nehmen Sie vorher in den Abschiedsräumen oder bei der Trauerfeier.
Kann ich die Urne selbst zum Friedhof bringen?
In der Regel übernimmt der Bestatter die Überführung der Urne. So ist sichergestellt, dass sie ordnungsgemäß beigesetzt wird.
Was passiert mit dem Sarg?
Der Sarg wird gemeinsam mit dem Verstorbenen eingeäschert. Deshalb wird für eine Feuerbestattung ein schlichter, gut brennbarer Sarg gewählt.
Mehr aus unserem Ratgeber
Tag und Nacht erreichbar unter 07141 207000, auch an Sonn- und Feiertagen.
